Freundschaft lernen: Über social skills und die Charakterentwicklung Ihres Kindes


Freundschaften knüpfen ist für die Wissenschaft ein sehr spannendes, großes Themengebiet und ständig Forschungsgegenstand vieler Soziologen. Die freundschaftliche Verbindung zwischen Menschen ist Aufhänger für etliche Geschichten in Bücher und Filmen, hat eine Menge mit sozialer Kompetenz zu tun und kostet uns mitunter sehr viel Überwindung.

Spannend ist zu sehen, dass auch Kinder bereits in jungen Jahren sehr unterschiedliche Charakterentwicklungen machen, die das Befreunden mit anderen Kindern beeinflussen. Während bei einigen bereits auf dem Spielplatz intuitiv verstanden wird, wie Freundschaft „funktioniert“ finden sich auch die Kinder, denen das gemeinsame spielen nicht so einfach von der Hand geht und die eher reserviert in Gruppen agieren. Das deuten von zwischenmenschlichen Signalen, Interaktion und auch das Teilen mit anderen müssen erst gelernt werden, um Freundschaften bilden zu können.

Wie können Eltern unterstützen?

Als Elternteil kann natürlich geholfen werden. Durch gutes Vorleben und eigenes involvieren profitiert und lernen Kinder gleichermaßen. Das freundschaftliche interagieren zwischen Eltern und Kind ist eine sehr starke Lektion auf dem Weg Freundschaft zu lernen. Gleichzeitig zeigen Gespräche mit anderen Eltern, wie Umgang miteinander entsteht. Halten Sie stets einen guten Umgang mit allen Menschen, die Ihren Weg kreuzen. Lehren Sie, wie man auf sich Aufmerksam macht, wie Fragen gestellt werden können und wie man sich selbst vorstellt. All diese Schritte machen später den Schritt zur sozialen Interaktion für Ihr Kind einfacher.

Sind diese Basics einmal gelernt wird es Zeit erste Verabredungen zum Spielen mit anderen Kindern zu treffen. Nehmen Sie bei den ersten versuchen auch gerne eine aktive Rolle ein und leiten Sie das Spiel bis zu einem gewissen Punkt an. Später, mit mehr Erfahrung, können Sie sich dieser Rolle komplett entziehen. Für den Spielplatz haben wir einige Tipps zusammengefasst, die zum Lernen beitragen.

Auf dem Spielplatz oder im Garten eigenen sich vor allem Mehrkindschaukeln als Eisbrecher. Schaukeltypen wie die Vogelnestschaukel oder die Gondelschaukel fördern und fordern Kommunikation und Abstimmung von beiden Kindern. Achten Sie jedoch darauf, dass keines der Kinder den „Platzhirsch“ auf der Schaukel mimt.

Freundschaft gemeinsam lernen: Die erste Verabredung zum spielen

  • Der gemeinsame Nenner: Natürlich gibt es im Umgang mit einem Menschen, der charakterlich nicht zu den eigenen Ansichten und Überzeugungen passt einiges zu lernen. Für die frühe Entwicklung von zwischenmenschlichen Interaktionen sollten Sie es Ihren Kind aber so leicht wie möglich machen. Das bedeutet, dass der gewählte Spielkamerad ein ähnliches Temperament und ähnliche Interessen haben sollte. Das erleichtert die Kommunikation ungemein und ein gegenseitiges Vertrauen wächst schnell.

  • Ohne Planung funktioniert es (leider) nicht:Halten Sie die Verabredung zum spielen vor allem zu beginn kurz. Beachten Sie auch, die festen Abläufe und Routinen im Tag für Ihr Kind nicht zu stören. Im Idealfall interagieren Sie während dem Playdate mit dem Elternteil des Spielpartners. Dies gibt Ihrem Kind zusätzliches Vertrauen in die Situation.

  • Aktivitäten planen: In einer perfekten Welt verlaufen die Spielstunden reibungslos. Die Realität sieht leider häufig anders aus. Wie ist mit der Situation umzugehen, wenn eines der beiden Kinder sich weigert mit dem anderen zu teilen oder zu spielen? Auch hier ist die Antwort wieder „Planung“. Bereiten Sie sich und ihr Haus vor. Aktivitäten wie kneten, Puzzles oder Sandkastenspiele sind perfekte Eisbrecher. Setzen Sie einige Grundregeln, um den Rahmen für jeden abzustecken. Seien Sie dazu bereit, freundlich aber bestimmt ein Fehlverhalten in die richtige Richtung zu lenken. Intervenieren Sie, wenn das Spielen nicht rund läuft. Oft ist es nur ein wechsel der Aktivität, der das Spielen wieder antreibt und die Interaktion zwischen den Kindern verbessert

  • Das Ausbauen von social skills: Beobachten Sie Ihr Kind beim spielen. Soziale Stärken und Schwächen zeigen sich häufig schon in frühen Jahren im Umgang mit dem Spielpartner. Diese Erkenntnisse können Sie sich zu nutze machen. Ein paar Komplimente zu Ihren Beobachtungen brennen sich in die Köpfe Ihres Kindes ein. „Ich habe gesehn, dass du Lea als erstes auf die Federwippe gelassen hast. Das war sehr nett von dir!“. Diese Kommentare helfen Kindern herauszufinden, was es heisst ein guter Freund zu sein. Die Chance, dass diese Verhaltensweise wiederholt wird ist dementsprechend hoch. Auch neue Verhaltensweisen können so in die Wege geleitet werden.